Schwerpunkte einer Facharbeit

Facharbeiten werden an deutschen Schulen in der gymnasialen Oberstufe geschrieben. Sie haben den Zweck, den Oberstufenschüler auf das methodische Lernen an der Universität vorzubereiten. Der Schüler soll durch die Erstellung von Facharbeiten zu selbstständigem wissenschaftlichem Arbeiten angeleitet werden. Facharbeiten sind in der Regel ergänzende Arbeiten, die die Lernleistungen der Oberstufe widerspiegeln. Häufig können ihre Ergebnisse in das Abitur mit eingebracht werden. Wichtig bei der Erstellung einer Facharbeit sind nicht nur die fachbezogenen Inhalte, sondern auch die angewandten Methoden wissenschaftlichen Arbeitens. Die Schüler sollen mit der erfolgreichen Erstellung zeigen, dass sie auf das Studium an einer Universität gut vorbereitet sind. Die Fächer, in denen diese lehrerbetreuten Arbeiten geschrieben werden, dürfen von den Schülern meist frei gewählt werden. Die Themenauswahl für die Facharbeiten erfolgt in enger Absprache mit dem betreuenden Pädagogen.

Die gesetzlichen Vorgaben, die die Durchführung einer Facharbeit regeln, werden in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich gehandhabt. Eine bundesweit einheitliche Regelung für die Erstellung gibt es bislang nicht. Wie eine solche neben den Klausuren anzufertigende Hausarbeit in den Unterricht der gymnasialen Oberstufe integriert wird, ist in den deutschen Bundesländern jeweils sehr unterschiedlich geregelt. Manchmal wird die Facharbeit zu Beginn der Oberstufe, in anderen Bundesländern gegen Ende kurz vor dem Abitur geschrieben. Wie verschieden die Vorgaben für die Erstellung solcher Schülerarbeiten sind, lässt sich an einigen Beispielen deutlich machen. Vor allem in den neuen Bundesländern werden Facharbeiten meist sehr früh weit vor dem Abitur geschrieben. So muss in Brandenburg die entsprechende Arbeit bereits im 2. Halbjahr von Klasse 9 vorgelegt werden, in Sachsen mehrheitlich in Klasse 10, während in Sachsen-Anhalt die Klasse 11 für das Erstellen einer solchen fachspezifischen Arbeit vorgesehen ist. In Thüringen wiederum ist die Facharbeit irgendwann im Verlauf der Oberstufe vorzulegen, während in Nordrhein-Westfalen dafür die 12. Klasse zwingend vorgesehen ist. In Rheinland-Pfalz wiederum ist die Erstellung einer Facharbeit freiwillig und fällt dann ebenfalls in die 12. Klasse. In Berlin hingegen ist sie im 2. Halbjahr der 12. Jahrgangsstufe verpflichtend. Solche uneinheitlich geregelten Vorgaben können dazu führen, dass ein Oberstufenschüler durch einem Wechsel in ein anderes Bundesland zwei Facharbeiten während seiner Schullaufbahn verfassen muss.

So unterschiedlich wie die Fristen und Termine für die Erstellung von Facharbeiten sind auch die strukturellen und inhaltlichen Vorgaben, nach denen sich die Schüler richten müssen. Das Fach und die Themenwahl sind in allen Bundesländern weitgehend frei, der Schüler kann seine Arbeit nach seinen Neigungen und Schwerpunkten wählen. Allerdings wird diese Wahlfreiheit je nach Bundesland unterschiedlich gewichtet. So haben in Thüringen und Schleswig-Holstein die Schüler die weitgehende Hoheit über Fach und Thema, während in Niedersachsen die Facharbeiten in die bisherigen Schwerpunkte der gewählten Fächer integriert sein müssen. Wer also mit schwerpunktmäßig naturwissenschaftlicher Fächerkombination eine Facharbeit mit künstlerischem Thema wählt, hat dazu in Thüringen die Freiheit, in Niedersachsen nicht.

Von Sachsen-Anhalt bis Bayern sind nach der Reform der gymnasialen Oberstufe Facharbeiten ein wesentlicher Bestandteil der schulischen Laufbahn bis zum Abitur. Für Schüler, die nach dem Erlangen der Hochschulreife ein Studium anstreben, sind sie ein geeigneter Testlauf für die wissenschaftlichen Methoden an einer Universität. Das erleichtert den Übergang von der Schule an die Hochschule.

Erstellt am: 26.10.2011 um 14:19 Uhr - von: admin - Kategorie(n): Allgemein